02.09.: 2 Touren in einer

Da ich ein paar Tage Urlaub hatte und nicht die ganze Zeit in Kempten rumsitzen wollte, beschloss ich, bei gutem Wetter eine Tour zu machen. Ich hatte Glück, und am 2. September sollte es schönes Wetter geben. Geplant war eine Runde vom Fernpass übers Timmelsjoch und den Jaufenpass, weiter über die Brennerstraße zum Kühtaisattel und zurück über den Fernpass nach Kempten.

Wenige Tage vorher überlegte ich mir, dass ich auf dieser Tour nicht nur Auto fahren möchte (was sehr viel Spaß macht!), sondern auch mal etwas Bewegung brauchen könnte. Doch wo und wohin könnte ich im Rahmen dieser Tour wandern? Am Vorabend stieß ich im Internet auf die Seite der "Karlsruher Hütte" des Deutschen Alpenvereins und beschloss, dort hin zu wandern.

Gesagt, getan. Früh morgens brach ich auf und fuhr über den Fernpaß (in den Wolken) durch das Ötztal bis nach Obergurgl, wo ich das Auto stehen liess (man glaubt es kaum :-) ).

Von da an ging es zu Fuß weiter. Kurz gesagt: es war einfach herrlich! Sonniges Wetter und nur ganz wenige Wanderer unterwegs. In der ersten Stunde sah ich nur Kühe, Pferde, Ziegen, Schafe, Schmetterlinge und einen Esel (siehe Bilder). Dazu gabs wunderbare Fernsicht mit toller Landschaft. Zwischendurch las ich auf einer Texttafel, dass diese Gegend nachweislich seit ca. 6200 Jahren landwirtschaftlich genutzt wird (Weidenutzung)!

Nach ca. 2 Stunden Wanderung erreichte ich mein Ziel: die Karlsruher Hütte, auch als Langtalereckhütte bekannt und auf 2450 Metern gelegen. Durch den Wind vom Gletscher her war es so frisch, dass ich mir einen Pullover anzog. So liess es sich bei einem Kaffee und Topfenstrudel gut aushalten. Weit und breit kein Computer und nix, was im entferntesten mit Arbeit zu tun hätte! Doch irgendwann musste ich wieder los; auf dem Rückweg begegnete ich einigen Wanderern (die Rentner hatten ausgeschlafen ;-)).

Zurück am Auto tauschte ich die Wanderstiefel wieder gegen die fahrtauglichen Turnschuhe und es ging weiter hoch zum Timmelsjoch. 13 Euro Maut für die einfache Fahrt sind nicht ganz ohne, aber die Straße mit ihren Kurven sowie die tolle Landschaft entschädigen dafür. Auf der Passhöhe selbst sah man leider nicht soviel, da ich voll in den Wolken steckte.

Daher gings recht zügig wieder runter ins Tal auf der italienischen Seite und weiter zum Jaufenpass. Auf 2094 Meter Höhe steckte ich leider wieder kurz in den Wolken, aber auf der Anfahrt und der Abfahrt gabs tolle Aussichten! Und die Straße konnte man immer gut sehen! Als nächstes fuhr ich wieder Richtung Norden, über die Brennerstraße (Autobahn ist für andere!). Da es schon Nachmittag war, fuhr ich ohne weiteren Stop durch bis Innsbruck, wo es links ab Richtung Kühtaisattel ging.

Diese Gegend ist bei Motorradfahrern und sonstigen Ausflüglern sehr beliebt, jedoch hat man abends gegen 18 Uhr recht freie Fahrt! Aufpassen muss man nur wegen der freilaufenden Kühe. Ich schmunzelte zwar etwas über das Warnschild am Tunneleingang, machte aber schon etwas langsamer. Prompt stand ich 50m vor dem Tunnelende vor einer ausgewachsenen Kuh, die mich fröhlich anstarrte und sich keinen Zentimeter bewegte. Leider konnte ich kein Foto machen, da hinter mir schon das nächste Auto kam. Am Längenfelder Speicher angekommen, genoss ich die untergehende Sonne, bevor es endgültig nach Hause ging.