Eine Lizenz

Anders als beim CB-Funk oder PMR/Freenet benötigt man für den Amateurfunk eine Lizenz. Für diese Lizenz muss man eine Prüfung bei der Bundesnetzagentur ablegen. 
Das hört sich jetzt erst mal heftig an, aber für jemand, der sich für die Technik interessiert oder gar aus dem Technischen kommt, für den ist das kein Hexenwerk. Die Lizenz können auch Kinder machen!

Die Prüfung erfolgt nach dem Multiple-Choice-Prinzip ("Ankreuzen") nach einem festen Fragenkatalog. Diese Fragen kann man sich bei der Bundesnetzagentur holen: Bundesnetzagentur-Seiten zum Amateurfunk
Alternativ gibt es auch Literatur mit Erklärungen zum Lernstoff und auch Programme, die einem beim Lernen sehr helfen. Literatur gibt es u.a. beim DARC-Verlag, ich habe das Programm "HamRadioTrainer" genutzt.
Parallel dazu sollte man sich umschauen, wo der nächste Ortsverband des DARC sitzt und Kontakt aufnehmen. So bekommt man am einfachsten Einblick in die Praxis, kann mit etwas Glück auch mal selbst funken (mit einem Ausbildungsrufzeichen) und erhält wertvolle Tipps für den Einstieg.
Für den Einstieg gibts beim DARC übrigens eine Gastmitgliedschaft, damit seid ihr im DARC ein halbes Jahr kostenloses Mitglied, könnt euch im Login-geschützten Bereich der DARC-Webseite umschauen und erhaltet die monatliche Zeitschrift CQ-DL.
Ich will hier aber keine Werbung für den DARC machen, ihr müsst da nicht zwingend rein. Und ich bekomme vom DARC auch kein Geld für diese Sätze hier.

Was kostet nun die Prüfung? Die Prüfung selbst kostet je nach Lizenzklasse 80 bzw. 110 Euro, die Zulassung mit Rufzeichen weitere 70 Euro (Stand 2014).

Und nach der Prüfung?

Für den allerersten Einstieg in die lokalen Gesprächsrunden reicht ein einfaches Handfunkgerät mit 5 Watt, evtl. mit einer zusätzlichen Antenne. Ich habe mit einem Gerät von Baofeng für 35 Euro angefangen, plus einer besseren Antenne für ca. 20 Euro. Im Normalfall könnt ihr damit Relaisstationen und Gesprächspartner im Umkreis von 50km erreichen, bei guten Bedingungen (auf einem Berg z.B.) sind auch 150km oder mehr an Reichweite drin.
Kleinere Mobil- oder Stationsgeräte für diesen Bereich kosten je nach Ausstattung ab 250 Euro, eine Balkonantenne dazu ca. 30-70 Euro. Dazu braucht ihr in der Regel noch ein paar Kabel, ein SWR-Meter und meist auch ein Netzgerät.
Wenn ihr nicht alles neu kaufen wollt, sind Amateurfunkflohmärkte, -zeitschriften mit Kleinanzeigen und vor allem der Ortsverband eine gute Möglichkeit, um an Gebrauchtgeräte zu gelangen.

Wer dann auf Kurzwelle einsteigen will, um mit der weiten Welt in Kontakt zu treten (ohne Relaisstationen), der kann mit mobilen Geräten für einige hundert Euro anfangen oder sich gleich ein Stationsgerät kaufen, für das aber in der Regel ein vierstelliger Preis (neu) aufgerufen wird. Die Antennen dazu kann man sich selber basteln (ein paar Drähte und ein PL-Stecker sind schon ein Anfang) oder kaufen. Auch hier geht die Preisspanne von 2- bis 5-stellig!
Auch hier gibt es Gebrauchtgeräte - ich habe meines von einem Mitglied aus unserem Ortsverband.

Ein erster Einstieg ist also inklusive Lizenz für ca. 250 Euro machbar; alles weitere kann (und wird) man sich nach und nach zusammenstellen.